Der Verkehr steht, dann ein Ruck von hinten. Auffahrunfälle im Stau gehören zu den häufigsten Unfällen auf Bayerns Autobahnen überhaupt.
Die meisten denken sofort, die Schuldfrage sei klar. Wer auffährt, ist schuld, so einfach ist es aber nicht immer. Es gibt durchaus Konstellationen, in denen die Haftung anders verteilt wird.
Die Grundregel beim Auffahrunfall
Es gibt einen sogenannten Anscheinsbeweis gegen den Auffahrenden. Wer auf ein vorausfahrendes Fahrzeug auffährt, hat nach allgemeiner Lebenserfahrung entweder zu wenig Abstand gehalten oder war unaufmerksam.
Dieser Anscheinsbeweis lässt sich aber entkräften. Gelingt dem Auffahrenden der Nachweis eines untypischen Geschehensablaufs, kann sich die Haftung verschieben.
- Plötzliches, grundloses Bremsen des Vorausfahrenden
- Ein Fahrspurwechsel kurz vor dem Zusammenstoß
- Technischer Defekt am vorausfahrenden Fahrzeug
Solche Fälle sind in der Praxis selten, kommen aber vor.
Gerichte prüfen dabei sehr genau, ob der Auffahrende tatsächlich keine Chance zum Reagieren hatte. Ein zu geringer Abstand fällt in der Bewertung fast immer negativ auf.
Warum die Beweislage im Stau schwierig ist
Im Stau stehen und fahren viele Fahrzeuge dicht hintereinander. Nach dem Zusammenstoß ist oft unklar, welches Fahrzeug wen touchiert hat.
Kommt es zu leichten Berührungen bei geringem Tempo, verzichten viele Beteiligte zunächst auf die Polizei. Das rächt sich später, wenn die Schadenshöhe strittig wird.
Manchmal sind sogar drei oder vier Autos beteiligt. Dann verschärft sich die Frage, wer für welchen Teil des Schadens haftet, zusätzlich.
Eine genaue Unfallrekonstruktion hilft, den Ablauf nachvollziehbar zu machen. Bremsspuren, Schadensbilder und Zeugenaussagen ergeben zusammen ein klareres Bild.
Auch die Höhe und Form der Schäden liefern wichtige Hinweise. Sie zeigen, mit welcher Wucht die Fahrzeuge aufeinandertrafen und in welcher Reihenfolge die Kollisionen passiert sind.
- Schadenshöhe an Stoßstange und Kotflügel vergleichen
- Deformationsrichtung der Karosserie auswerten
- Splitterfelder auf der Fahrbahn dokumentieren
Was Sie direkt nach dem Auffahrunfall tun sollten
Auch im dichten Stauverkehr gilt, Ruhe bewahren und die Situation absichern. Erst danach folgen die weiteren Schritte.
- Warnblinker einschalten und Warnweste anziehen
- Fahrzeuge wenn möglich auf den Seitenstreifen bewegen
- Fotos von Endstellung und allen Schäden machen
- Bei mehreren Beteiligten alle Kennzeichen notieren
- Polizei rufen, besonders bei mehreren Fahrzeugen oder Verletzten
Diese Dokumentation entscheidet später oft über den Ausgang der Schadensregulierung.
Denken Sie auch an sich selbst. Nach einem heftigen Aufprall lohnt sich ein Check beim Arzt, auch wenn zunächst nichts wehtut.
Warum ein unabhängiges Gutachten hilft
Gerade bei Kettenauffahrunfällen mit mehreren Beteiligten wird es kompliziert. Jede Partei hat eine eigene Sicht auf das Geschehen und manchmal widersprechen sich die Aussagen deutlich.
Ein unabhängiger Sachverständiger analysiert die Schadensbilder aller beteiligten Fahrzeuge. So lässt sich oft rekonstruieren, welches Fahrzeug welchen Anstoß verursacht hat und mit welcher Wucht.
Diese technische Einordnung ist besonders wertvoll, wenn sich die Versicherungen nicht einig sind. Sie schafft eine objektive Grundlage für die Schadensteilung.
Marco Schuster kommt dafür direkt zu Ihnen, egal ob nach Hause oder in die Werkstatt. So verlieren Sie keine Zeit und die Spuren am Fahrzeug sind noch frisch.
Kundenstimme “Pünktlich, zuverlässig und absolut korrektes Gutachten. Immer wieder gerne, Herr Schuster ist sehr zu empfehlen!” M., 29.04.2020
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